Wachstumspotenziale für die Windindustrie im Norden erhalten

05.04.2018

windcomm schleswig-holstein e. V. fordert Ende des Windkraft-Moratoriums

Volker Köhne, Volker Jahnke, Christian Hamel, Sven Andresen und Asmus Thomsen. Foto: windcomm.

HUSUM/ RENDSBURG – Die Unterstützung der Windenergie-Unternehmen und die Umsetzung der Energiewende in Schleswig-Holstein sind die Ziele des Windindustrie-Vereins windcomm schleswig-holstein e. V. mit Sitz in Husum. Der seit 2010 bestehende Verein aus 120 Unternehmen der Windindustrie im nördlichsten Bundesland wählte auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung in Rendsburg turnusgemäß neue Vorstandsmitglieder. Neu in den Vorstand wurden mit großer Mehrheit Volker Jahnke von der egeb:Wirtschaftsförderung der Kreise Dithmarschen und Steinburg und Sven Andresen von der VR Bank Niebüll gewählt. Volker Köhne gehörte dem Vorstand bereits vorher als zweiter Vorsitzender an und übernimmt nun den Posten als Vorsitzender von Asmus Thomsen (iTerra Wind, Niebüll).

Thomsen hatte dem Vorstand seit der Gründung des Vereins im Jahr 2010 angehört und trat nun wie sein Vorstandskollege Kristian Hamel (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer WTSH, Kiel) nicht zur Wiederwahl an. „Ich habe mich gerne im Verein engagiert“, sagte der scheidende Vorsitzende und erklärte, warum dies für ihn eine Herzensangelegenheit war: „Wenn sich an der südlichen Grenze Schleswig-Holsteins drei Atomkraftwerke befinden, ist die Motivation, erneuerbare Energien voranzubringen, hoch.“ Volker Köhne bedankte sich bei seinem Vorgänger. Er habe den Verein windcomm und die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EESH) vorangebracht. „Ich schätze seine verbindliche und charismatische Kommunikation, die beim Netzwerken in Schleswig-Holstein sehr hilfreich ist. Die Zusammenarbeit mit ihm hat mir ebenso viel Freude gemacht wie mit dem Vorstandskollegen Kristian Hamel, der insbesondere zur Ansiedlung neuer Unternehmen in Schleswig-Holstein und zur Verbesserung von Exportchancen wertvolle Beiträge geliefert hat.“

Die Mitgliederversammlung verabschiedete die scheidenden Vorstandsmitglieder mit viel Applaus. Nach der Vorstellung des Tätigkeitsberichtes und der Verabschiedung des Finanzplanes stellten sich die neuen Vorstandsmitglieder kurz vor. Für 2018 hat der Verein verschiedene Themen auf der Agenda. Sven Andresen sagte dazu: „Wir wollen gemeinsam mit der Netzwerkagentur EE.SH wieder Veranstaltungen anbieten. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, zum Beispiel im April zu den Änderungen am Schallprognoseverfahren und den möglichen Auswirkungen auf neue und bestehende Windparks, sowie Firmenpräsentationen im Rahmen von windcomm-Stammtischen.“

Volker Jahnke erklärte, er wolle durch seine Mitarbeit im Vorstand dazu beitragen, dass die Windenergie in Schleswig-Holstein weiterhin ein solides Wachstumspotenzial vorweisen könne, und nannte dazu auch das Stichwort Sektorenkopplung. „Besonders am Herzen liegt mir die Vielzahl der schleswig-holsteinischen Modellprojekte. Darum arbeite ich intensiv in den Arbeitsgremien der bundeslandübergreifenden Innovationsallianz NEW 4.0 mit. Ziel dieses Innovationslabors ist es, die Grundlagen zu schaffen, um die Region bis 2030 auf 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien umstellen zu können.“

Volker Köhne betonte: „Die Energiebranche unterliegt vielen regulatorischen Rahmenbedingungen, die sich ständig ändern. Das reicht von Europäischer Gesetzgebung über das EEG bis hin zu Normenwerken und wird begleitet von einem sich verändernden globalen Markt für Energie. An der Gestaltung der Energiewende wollen wir mitarbeiten und unsere Mitglieder auf dem Laufenden halten. Absolut wenig hilfreich sind Unsicherheiten im lokalen Markt wie die diskutierte Verlängerung des Moratoriums für Windprojekte. Die Landtagswahl ist bereits fast ein Jahr her, und noch immer ist nicht klar, wie die Abstandsregelungen rechtssicher umgesetzt werden sollen. Für die Windbranche ist das eine schwere Bürde, wenn Schleswig-Holstein weiterhin Mitgestalter der Energiewende sein möchte.“

Von der Gründung des neuen branchenübergreifenden Landesverbands Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH) berichtete windcomm-Geschäftsführer Sascha Wiesner. windcomm schleswig-holstein e. V. ist Gründungsmitglied des neuen Verbandes und will seine Mitglieder darin als starke Stimme für die Windindustrie vertreten.

Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung waren die überarbeiteten Hinweise der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) zum Schallschutz-Prognose-Verfahren. Das Land Schleswig-Holstein hatte sie im Februar verbindlich eingeführt. Zu diesem Thema bietet die Netzwerkagentur EE.SH am 26. April 2018 in Husum eine Informationsveranstaltung an (www.ee-sh.de).

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