Von Keilschrift bis Google

05.01.2018

Ausstellung mit Vorträgen im Naturkundemuseum

Foto: Privat

Niebüll (mm )- Wir leben in einer Zeit des Umbruchs. Es sind nicht nur politische Umwälzungen und Fragen zur Migrationswelle, die uns in Atem halten. Scheinbar unmerklich vollzieht sich der Übergang in das digitale Zeitalter mit erheblichen Konsequenzen. Die digitalen Medien durchdringen unseren Alltag immer mehr. Internetsüchtige Jugendliche, Totalüberwachung, die Vernetzung im sogenannten Smart Home und Autonomes Fahren sind nur einige Stichwörter. Dass das Ganze auch Auswirkungen auf unser Denken und damit unser Handeln hat, beschreiben Fachleute schon seit einiger Zeit kritisch.

Solche Umbrüche sind historisch gesehen nichts Neues. Schon Plato lässt Sokrates diskutieren, ob es wirklich sinnvoll ist, Wissen in Bücher zu schreiben. Im Mittelalter wurde ein Mann mit einem Karren voller Bücher nicht nach Paris eingelassen, weil so viel Bücher nur vom Teufel sein können und vor wenigen Jahren noch schrieb ein renommierter Publizist, dass das Fernsehen verheerend sei, weil es die Menschen verdumme.

Im Nachklang des Lutherjahrs gibt es in dem Naturkundemuseum Niebüll, Hauptstraße 108, eine Ausstellung mit Vorträgen, die sich genau diesen Themen zuwendet. Neben Keilschriftexponaten wie dem Zylinder des Perserkönigs Cyrus und Bibeln aus verschiedenen Jahrhunderten sind auch die „Kleinste Bibel der Welt“, die „Suppenbibel“ und Alltagsgegenstände wie eine amerikanische Reiseschreibmaschine vom Anfang des 20. Jahrhunderts oder ein zerlegtes iPhone zu sehen. Mit den Exponaten illustriert Matthias Müller (Marne, Schleswig-Holstein) Umbrüche in der Geschichte und bespricht in seinen Vorträgen die möglichen Konsequenzen in der heutigen Zeit.

Die Ausstellungseröffnung und Vortrag wird am Freitag, 19. Januar um 18 Uhr stattfinden.

Der erste Vortrag der Reihe mit dem Thema „Zeiten des Umbruchs – wie Medien das Denken verändern“ beschäftigt sich mit den praktischen Auswirkungen im Leben des Einzelnen. Nicht minder interessant geht es am Sonnabend, 20. Januar ab 11 Uhr weiter: „Was kommt nach dem Tod? Was die alten Ägypter glaubten und was Bibel dazu sagt.“ Um 16 Uhr geht es dann weiter mit dem Thema: „Wem kann man noch glauben? Die Macht der Bilder.“ Der Sprecher zeigt Beispiele für Manipulation an den Bildschirmen und stellt Überlegungen zu einem selbstbestimmten Leben an.

Der Eintritt zur Ausstellung und den Vorträgen ist frei.

Matthias Müller ist Pastor und TV-Redakteur, hat in der ehemaligen DDR Theologie und in den USA Religionspädagogik studiert, war jahrelang Geschäftsführer eines Medienzentrums und ist in Hamburg als Abteilungsleiter für Kommunikation und Gemeindeaufbau in der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten tätig. Nebenbei produziert er Sendungen für Hope Channel TV, ist bei Kirchensendungen im NDR zu hören und arbeitet als externer Berater für die Medienagentur Stimme der Hoffnung.

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