Präsentation der Ergebnisse

15.02.2017

Die Innenstadt unter der Lupe

So sollte es öfter sein: Eine belebte Innenstadt mit Gastronomie, die zum Verweilen einlädt – nicht nur am verkaufsoffenen Sonntag. Fotos: Weide/Kleimann-Balke

Rüdiger Knospe und Marit Schoppmeier vom Stadtmarketing liegt die Schleistadt am Herzen. Sie sehen viel Potenzial – man muss es nur anpacken.

Viele Mängel sind deutlich sichtbar und längst identifiziert. Die Innenstadtsanierung möchte sich dieser „Baustellen“ annehmen. Die Befragungen haben noch einmal gezeigt, was den Besuchern der Innenstadt wichtig ist.

Schleswig (ckb) – Welche Schulnote würden Sie der Innenstadt in Bezug auf ihre Attraktivität geben? Das ist nur eine der Fragen, die das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) rund 250 Passanten gestellt hat, die im vergangenen September die Schleswiger Innenstadt besuchten. Das Ziel der Umfrage war es, Erkenntnisse über das Einkaufsverhalten und die Attraktivität der Innenstadt zu sammeln. Die gewonnenen Daten können nun bei der anstehenden Innenstadtsanierung berücksichtigt werden und als Planungsgrundlage für verschiedene Maßnahmen dienen. Morgen werden Stefan Wesemann (IHK), Rüdiger Knospe (Stadtmarketing) und Jan Steingräber (Fachbereich Bau und Umwelt der Stadt Schleswig) im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die Ergebnisse präsentieren. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.
Deutschlandweit untersuchte das IFH im Rahmen einer groß angelegten Studie 120 Städte unterschiedlicher Größe zum Thema Zukunft der Stadtzentren. Durchgeführt wurde sie von der Stadt Schleswig, mit Unterstützung des Handelsverbandes Nord, sowie in Kooperation mit dem Stadtmarketing und der IHK Flensburg. Die Ergebnisse der Untersuchung haben Rüdiger Knospe nicht überrascht: „Wir sind nicht im Top-Ten-Ranking gelandet“, schmunzelt er. „Wir wissen längst, dass etwas passieren muss, wollen wir nicht noch mehr Kaufkraft an andere Städte verlieren.“ Er sieht eine gute Chance in der optischen Aufwertung der Fußgängerzone. „Ich denke an mehr Gastronomie, die zum Verweilen einlädt, an kleine Geschäfte, die Vielfalt bieten. Natürlich weiß ich, dass das aus ökonomischer Sicht nicht immer ganz einfach ist.“ Die Stadt so aufzustellen, dass Besucher Lust haben nach Schleswig zu kommen, dass wäre ein Ziel, das mit überschaubaren Mitteln realisierbar sein müsste.
Kein Patentrezept
Die Studie liefert zwar auch kein Patentrezept, aber sie setzt einen zusätzlichen Impuls in die richtige Richtung und zeigt individuelle Stärken und Schwächen der Stadt auf. Dort kann man bei der Innenstadtsanierung ansetzten, denn die Ergebnisse bieten Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Eigentümern eine fundierte Grundlage für zukunftsweisende Entscheidungen.  
Rüdiger Knospe blickt, unabhängig von der Studie, in Richtung Dänemark. „Unsere Nachbarn fahren auch schon mal 100 Kilometer zum Einkaufen und da ist Schleswig durchaus im Einzugsgebiet – das sollten wir nutzen“, erklärt er. Allerdings zahlen Dänen gerne mit Kreditkarte. Das sei beim überwiegenden Teil der Schleswiger Geschäfte nicht möglich. Ein Umdenken in dieser Richtung wäre wünschenswert. „Wir leben in einer tollen Stadt direkt an der Schlei und darüber auch noch sehr verkehrsgünstig“, fasst er zusammen, „sie ist es wert besucht zu werden.“

Präsentation der Ergebnisse:

Donnerstag, 16. Februar, um 19 Uhr
IHK Geschäftsstelle Schleswig, Plessenstraße 7
Anmeldung bitte an moellerb@flensburg.ihk.de

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