Noch einmal zu „Flipper“ wäre toll

01.03.2017

Das Wasser, der Delphin, die Therapiemaßnahmen

So sieht Glück aus: Cilian und der Delfin. Er liebt die glatte Haut der Meeressäuger und hat ein Urvertrauen zu diesen Tieren. Foto: Privat

Ostenfeld (ML) – „Ich gebe nicht auf, für meinen Sohn zu kämpfen“, sagt Tabea Wabnitz (ehemals Zietz). Die 26-jährige Mutter von Cilian sitzt in der Stube und beobachtet ihren Sohn vom Sofa aus, wie er mit drei kleinen Autos spielt und vor sich hin brummelt. Ja, das sind Fortschritte. Step by step. Aber es ist mühselig und es kostet Kraft, Zeit – und Geld.
Als Cilian vor sechs Jahren auf die Welt kam, stellte sich schnell heraus, dass er „anders“ ist. Er konnte nicht hören und schlief entsprechend viel, seine Wahrnehmung war gestört und im Laufe der Zeit fielen seiner Mutter zusätzlich autistische Züge auf. Mit drei Jahren konnte er gerade mal acht Worte sprechen, kaum laufen und auch das essen bereitete ihm Schwierigkeiten. Er brauchte Stunden, um seinen Brei abzuschlucken.
Ein Spendenaufruf ermöglichte Ende 2014 und 2015 eine Delfin-Therapie in Curacao. „Das hat uns unglaublich weitergeholfen“, erinnert sich Tabea Wabnitz. „Nach dem dritten Therapietag platzte ein Knoten. Cilian fing an zu sprechen, und auch das Essen klappte zügiger“, schwärmt sie.

Das Wasser, der Delphin, die Therapiemaßnahmen – all dies zusammen hätten den Jungen nach vorne gebracht, berichtet Tabea Wabnitz. An der zweiten Delfin-Therapie hätte er krankheitsbedingt allerdings nur eine Woche teilnehmen können, entsprechend sei das Ergebnis unterm Strich nur halb so gut ausgefallen, berichtet die Mutter.
„Ich wünsche mir für ihn, dass wir noch eine dritte Chance bekommen“, sagt sie und weiß, dass es nicht einfach werden wird das Geld dafür zusammen zu bekommen – zum dritten Mal ... Aber sie verspricht sich viel davon, hat die Hoffnung, dass Wahrnehmung, Sprachverständnis und Bewusstsein ihres Sohnes noch einmal gestärkt werden. Und sie gibt nicht auf. Gerade jetzt, wo er ab September die Hörgeschädigtenschule in Schleswig besuchen soll. „Solange er sich in einem Alter befindet, in dem noch vieles machbar und lernbar ist, werde ich alles in Bewegung setzen, um ihm zu helfen“, sagt die 26-Jährige und bittet noch einmal um Mithilfe.
Sie sammelt ausgediente Kunststoffstifte, Frucht-Quatsch- und Capri-Sonne-Verpackungen. Sammelboxen dafür sind aufgestellt beim „FunCenter Husum“ in Dreimühlen und in der Witzworter Schule. „Auch die Mitarbeiter der Mc Donald‘s Restaurants in Husum, Bred­stedt und Risum-Lindholm haben mir Hilfe zugesagt. Sie sammeln die Verpackungen und leiten diese dann weiter an eine Internetfirma, die das Recycling übernimmt und für Cilian ein Punkte-Spendenkonto errichtet hat“, berichtet Tabea Wabnitz.
Auch ein Benefiz-Handballspiel soll am 7. Mai ab 14 Uhr in Fockbek bei Rendsburg für finanzielle Unterstützung sorgen. „Es spielt die Gemeinde Fockbek gegen das Jugendzentrum, und auch musikalisch werden wir unterstützt von den ‚Deichbrechern‘“, sagt Tabea Wabnitz, die auf viele Zuschauer und Unterstützer hofft.
Cilian − der Name kommt aus dem keltischen und bedeutet Kampf. Und das tut er, der Kleine. Er kämpft, ebenso seine Mutter.
Wer die Familie mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies auf das Spendenkonto Dolphin Aid e.V., Stadtsparkasse Düsseldorf, BLZ 300 501 10, Konto-Nr. 2000 2424, IBAN DE 52 3005 0110 0020 0024 24, BIC DUSSDEDDXXX, Betreff Cilian Wabnitz, tun.

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