Klinikum Nordfriesland

15.02.2017

Im Mai entscheiden die Bürger

Erstmalig brachten die nordfriesischen Kreistagsabgeordneten einen eigenen Bürgerentscheid auf den Weg. Foto: Klein

Husum/NF (hk) – Ein zukunftsorientiertes Klinikum mit zwei Festlandstandorten und einem Inselhaus realisieren oder an dem Wunsch nach vier Krankenhäusern festhalten? Aller Voraussicht nach können die Nordfriesen am 7. Mai parallel zur Landtagswahl selbst über diese zwei Varianten abstimmen. Während die drei Insulaner Lars Schmidt, Lasse Lorenzen und Markus Herpich noch an den Inhalten und rechtssicheren Formulierungen für ihr geplantes Bürgerbegehren „Zukunft. Grundversorgung Nordfriesland“ arbeiten – sie wollen an den vier Standorten festhalten inklusive Gynäkologie, Geburtshilfe und kinderärztlicher Versorgung plus Kooperation mit Sylt –, hat der Kreistag am Freitag erstmalig und einstimmig (bei vier Enthaltungen) den Weg für einen eigenen Bürgerentscheid frei gemacht und schrieb damit, so der Vorsitzende des Hauptausschusses, Manfred Ueckermann (CDU), Geschichte.
Die genaue Formulierung will der Kreistag am 24. März beschließen, inhaltlich ist sich aber die Mehrheit der Abgeordneten einig: Für knapp 50 Millionen sollen die Häuser in Husum und Niebüll fit für die Zukunft gemacht und für Eiderstedt soll eine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung installiert werden (wir berichteten).
Damit folge man den Empfehlungen von Fachleuten, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Nissen, dass es sich bei diesem Zukunftskonzept um keine Laienentscheidungen handele. Gerade weil der Kreis selbst keinen Einfluss auf die Rahmenbedingungen habe, sei es wichtig, realisier- und finanzierbare Lösungen zu beschließen statt eines „Wünsch-Dir-Was“-Katalogs, wie es die Initiatoren des Bürgerbegehrens beabsichtigten. Auch Jörg Tessin (FDP) warnte: „Das Arbeiten mit alternativen Fakten verdummt die Menschen“ und gefährde den Kreis in Gänze. „Wer sich über den vorgegebenen Rahmen hinaus etwas wünscht, wird vielleicht zunächst Beifall bekommen, langfristig aber Entsetzen ernten“, mahnte Karl Carlsen (WG-NF). „Wir hoffen, dass sich die Bürger für eine Lösung entscheiden, die realisierbar ist“, zeigte sich Susanne Rignanese (SSW) zuversichtlich. Diese könne auch nicht mehr lange auf die Bank geschoben werden, denn ansonsten nehme das Klinikum Schaden – „und das wollen wir alle nicht“, appellierte Ueckermann an die drei Insulaner, nicht auf Zeit zu spielen.

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