Kehl-Schwestern erreichen mit dem FsJ erstmals Zusatz-Qualifikation

03.08.2018

Zusätzliche Betreuungskraft

Mathias Steinbuck, Vorsitzender des bpa in Schleswig-Holstein, und bpa-Projektleiterin Verena Hansen überreichen Adelina und Alexandra Kehl aus Breklum und dem Senioren- und Pflegeheim Haus Freienwill in Bredstedt die Urkunden zur bestandenen Zusatzqualifikation im Rahmen des Freiwilligen sozialen Jahres. Foto: Privat

Breklum (pa) - Sieben junge Menschen – darunter auch die 17-jährige Adeline Kehl und ihre 20-jährige Schwester Alexandra aus Breklum – haben sich zu zusätzlichen Betreuungskräften qualifizieren lassen. Sie nutzten dazu ihr Freiwilliges soziales Jahr (FsJ) im Senioren- und Pflegeheim Haus Freienwill in Bredstedt.

In einer zentralen Veranstaltung wurden ihnen die Qualifizierungszertifikate in der Jugendherberge Bad Oldesloe vom Vorsitzenden der Landesgruppe Schleswig-Holstein im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Mathias Steinbuck, und der im Verband für das FsJ verantwortlichen Projektleiterin Verena Hansen übergeben.

Der bpa ist einziger Anbieter dieser Zusatzqualifikation in Schleswig-Holstein und zudem im Hinblick auf den Fachkräftemangel begeisterter Träger der vom Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein im Anschub finanziell geförderten Maßnahme.

Adelina und Alexandra Kehl gehören zu den ersten Teilnehmern eines FsJ im Land, die im Laufe des Jahres in 160 zusätzlichen Stunden zur Betreuungskraft ausgebildet wurde. „Es bringt Spaß mit den Bewohnern zu basteln oder mit ihnen spazieren zu gehen“, sagte Adelina Kehl. „Ich wollte mal etwas anderes probieren und gemeinsam mit den Bewohnern arbeiten“, sagte Alexandra Kehl. Im gemeinsamen Projekt habe die Gruppe unter anderem Beschäftigungs- und Betreuungsangebote für Senioren entwickelt und es sei schön zu sehen, dass das Angebot bei den Senioren sehr gut ankommt. Entwickelt wurden Aktionen, die sowohl Gedächtnistraining als auch Bewegung beinhalteten. Alexandra Kehl spricht von einer prägenden Erfahrung. Sie wird zum 1. Oktober eine dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen. Ihre 17-jährige Schwester lässt sich zunächst ein Jahr zur Altenpflegehelferin ausbilden.

Im Freiwilligen sozialen Jahr lernen die jungen Leute den Arbeitsalltag in einer Tagespflege oder einem Pflegeheim kennen und erhalten unter Anleitung erste Einblicke in die Arbeitsfelder Altenpflege und Altenbetreuung. Das Fachwissen für die Qualifizierung zur Betreuungskraft in Pflegeheimen neben dem FsJ wird in Schleswig-Holstein derzeit in drei Modulen vermittelt. Dabei geht es unter anderem um Kommunikation und Interaktion, soziale Kompetenz, Alltagsaktivitäten, Teamentwicklung oder Biografiearbeit. Mit der Zusatzqualifikation wird den jungen Menschen der spätere berufliche Einstieg in den Bereich Betreuung und/oder Pflege erleichtert.
„Sie erhalten mit dieser Zusatzqualifikation einen beruflichen Mehrwert“, freute sich Mathias Steinbuck bei der Übergabe der Zertifikate gemeinsam mit Verena Hansen. Jetzt gelte es für die jungen Menschen, ihre eigenen Wege zu finden. Sehr gute berufliche Aussichten warteten auf sie in den Pflegeheimen. „Es schadet nicht, sich auf den Austausch der Generationen einzulassen, sagte Steinbuck und wurde bestätigt: viele der jungen Menschen bleiben dem Pflegeberuf treu, wollen eine Ausbildung zu Pflegehelfern oder Pflegefachkräften beginnen. Deshalb wolle sich der bpa bemühen, neue Wege für eine Weiterführung des FsJ-Projektes zu finden.

Adelina und Alexandra Kehl wollten die Chance für die zusätzliche Qualifikation im Rahmen des FsJ unbedingt nutzen: „Es schadet nicht und ist gut für unsere Zukunft.“ Sie nehme viele positive Eindrücke mit aus ihrem FsJ. Andere Teilnehmer freuen sich durch die Ausbildung aber auch über eine gute Qualifikation für einen Ferienjob im Pflegeheim. „Es wäre super, wenn junge Menschen in unsere Senioreneinrichtungen und Pflegeheime kommen und helfen wollen“, sagte Mathias Steinbuck. Alltagsbegleiter seien ein Gewinn für alle: sie könnten zudem eine wichtige Entlastung an Nachmittagen auch in Familien sein.

Interessierte junge Menschen für die Zusatzqualifikation aber auch Ferienjobs könnten sich direkt beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste in Kiel (Tel. 0431/66947060, E-Mail: hansen@bpa.de) melden.
Das Freiwillige Soziale Jahr mit Zusatzqualifikation steht Bewerbern ohne Schulabschluss sowie Bewerbern mit Haupt- oder Realschulabschluss offen. Teilnehmende sollten zwischen 16 und 26 Jahre alt sein, die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und bereit sein, mit alten und hilfebedürftigen Menschen zu arbeiten. Das FsJ dauert zwölf Monate und beginnt jeweils am 1. September.

Hintergrund:
In stationären Pflegeeinrichtungen können seit 2008 zusätzliche Betreuungskräfte für die Betreuung von Menschen mit demenziellen Veränderungen und/oder geistigen Behinderungen eingesetzt werden. Sie werden von Pflegefachkräften angeleitet und begleitet. Die zusätzlichen Betreuungskräfte sollen dazu beitragen, die Lebens- und Betreuungsqualität von Menschen in stationären Einrichtungen zu verbessern, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern und mehr Austausch mit anderen Menschen zu ermöglichen. Zu den Aufgaben einer Betreuungskraft gehört es zum Beispiel, Beschäftigungsangebote zu entwickeln, Alltagsaktivitäten, Spaziergänge und Ausflüge zu begleiten, vorzulesen oder Biografiearbeit zu gestalten.


Mathias Steinbuck, Vorsitzender des bpa in Schleswig-Holstein und bpa-Projektleiterin Verena Hansen überreichen Adelina und Alexandra Kehl aus Breklum und dem Senioren- und Pflegeheim Haus Freienwill in Bredstedt die Urkunden zur bestandenen Zusatzqualifikation im Rahmen des Freiwilligen sozialen Jahres.

Für Rückfragen: Kay Oldörp, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0431/66 94 70 60 oder 0160/556 66 54, oldoerp@bpa.de, www.bpa.de

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