Happyend: SG feiert den Derbysieg!

09.02.2017

Tabellenführung in der Handball-Bundesliga ausgebaut

Applaus für den Derbysieger: Die SG-Fans feiern ihre Mannschaft. Foto: Philippsen

Flensburg (lip) – Es war ein Spiel auf des Messers Schneide, am Ende aber stand die Flens-Arena Kopf: Die SG Flensburg-Handewitt hat das 92. Landesderby gegen den THW Kiel mit 30:29 (13:14) gewonnen und damit ihre Tabellenführung in der Handball-Bundesliga ausgebaut. Zum Matchwinner avancierte dabei in der Schlussviertelstunde der französische Weltmeister Kentin Mahé, der vor dem Anpfiff von SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke  mit Blumen geehrt wurde. „Er kommt mit einer Goldmedaille zurück nach Flensburg und zeigt auch hier in seinem Verein gleich eine Weltklasseleistung“, lobte SG-Coach Ljubomir Vranjes den achtfachen Torschützen,  der 90 Sekunden vor dem Ende auch den entscheidenden Treffer zum 30:29 markierte. Die verbleibende Spielzeit musste der THW nach einer Zeitstrafe für Marko Vujin in Unterzahl bestreiten und kam nicht mehr zum Abschluss.

Dabei waren die Vorzeichen vor dem Spitzenduell gegen die „Zebras“ alles andere als gut: Neben Rückraumspieler Johan Jakobsson (schwere Gehirnerschütterung) musste die SG kurzfristig auch auf Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson verzichten, der sich im Abschlusstraining einen Sehneneinriss im rechten Oberschenkel zugezogen hatte und 6 bis 8 Wochen ausfallen wird. Jacob Heinl führte deshalb die Seitenwahl aus, lief als erster Akteur in die „Hölle Nord“ ein und stand zusammen  mit Henrik Toft Hansen im Mittelblock der 6:0-Abwehr. „Es hat mich beeindruckt, wie die beiden aufopferungsvoll gekämpft haben. Dabei hatten wir nur eine halbe Übungseinheit um alles einzustudieren“, betonte Ljubomir Vranjes.  Sein Team sei unbeeindruckt von dem „harten Schlag“ mit Selbstvertrauen in das Spiel gegangen. Tatsächlich erwischte die SG einen Traumstart – nach fünf Minuten stand es 5:1. Doch der THW kämpfte sich angetrieben von Spielmacher Domagoj Duvnjak (7 Treffer) zurück und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, wie THW-Manager Thorsten Storm hinterher zu Protokoll gab. Die Gäste gingen nun ihrerseits mehrfach mit einem Tor in Führung. Beim 12:10 (21.) durch den sechsfachen Torschützen Holger Glandorf  hatte die SG zwar kurzzeitig wieder Oberwasser, doch praktisch mit dem Pausenpfiff brachte Mykola Bilyk die Gäste erneut in Front.

Nach dem Wechsel wurde es dann eine richtiger Derbyfight, bei dem ein ums andere Mal die beiden starken Torhüter Mathias Andersson im Flensburger Gehäuse und Niklas Landin beim THW im Blickpunkt standen. Beim 19:21 (38.) durch Patrick Wienczek drohte der SG das Spiel zu entgleiten, doch Andersson erwies sich als Fels in der Brandung. Die SG berappelte sich wieder. Kentin Mahé, der zuvor noch mit zwei Fehlwürfen die Fans fast zur Verzweiflung getrieben hatte, erwies sich als sicherer 7-Meter-Schütze und Lasse Svan versenkte einen Gegenstoß zum 23:23 – in der „Hölle Nord“ hielt es jetzt niemanden mehr auf den Sitzen. René Toft Hansen rasselte mit Glandorf zusammen und kassierte dafür die Rote Karte.  Für THW-Trainer Alfred Gislason eine klare Fehlentscheidung. Es blieb spannend bis zum Happyend für die SG: Nachdem Duvnjak zum 29:29 für den THW ausgeglichen hatte, traf Glandorf auf der anderen Seite nur den Innenpfosten. Doch Kentin Mahe´ stand goldrichtig und brauchte den Abpraller nur noch einzuschieben. „Natürlich hätte auch Kiel gewinnen können, aber ich finde wir haben den Sieg verdient“, meinte SG-Coach Vranjes. Immerhin hatte sein Team im Hinspiel ähnlich knapp beim THW verloren.  Damit hat die SG nun drei Punkte Vorsprung vor dem Erzrivalen. „Das Spiel war heute sehr wichtig, aber wir haben in der Bundesliga noch 15 Spiele vor uns“, relativierte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke trotz aller Euphorie. Zur Frage, wer nach der Saison Ljubomir Vranjes auf dem Trainerstuhl beerben wird, wollte er sich nicht äußern. „Wir  lassen uns hier nicht von außen unter Druck setzen und werden auch keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, erklärte Schmäschke. 

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