Dr. Christian Ring sprach zum Auftakt des 28. Nordfriesischen Sommer-Instituts

05.07.2018

Emil Nolde – Nationalsozialist und "entarteter Künstler"

Gut gelaunt bei der Eröffnung des 28. Nordfriesischen Sommer-Instituts: Prof. Dr. Thomas Steensen, Dr. Christian Ring, Christina Weinbrandt (v.l.) Foto: Ellen Frömming, Nordfriisk Instituut

Bredstedt (pa) - Emil Nolde war Nationalsozialist, galt aber während der NS-Zeit als „entarteter Künstler“. Über dieses Spannungsverhältnis sprach zum Auftakt der Vortragsreihe „Nordfriesisches Sommer-Institut“ Dr. Christian Ring, der seit 2013 als Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde tätig ist. Mehr als 100 Interessierte wollten sich diesen Vortrag nicht entgehen lassen.

Nolde habe mit seinen Bildern Nordfriesland weltweit bekannt gemacht, sagte Professor Dr. Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut, zur Begrüßung. Es sei sehr zu begrüßen, dass die Nolde-Stiftung in jüngster Zeit unabhängige Forschung über das Verhältnis des Malers zum Nationalsozialismus in Auftrag gegeben habe. Steensen dankte der Nord-Ostsee Sparkasse, die mit ihrer Regionaldirektorin Christina Weinbrandt vertreten war, für die Förderung auch des 28. Nordfriesischen Sommer-Instituts.

Dr. Christian Ring beschrieb detailiert und mit vielen Zitaten Noldes Haltung zum Nationalsozialismus. Der Maler trat 1934 der nordschleswigschen NS-Gruppierung bei. Er hielt seine Kunst für „rein deutsch“, wollte eigentlich zum Maler der „Bewegung“ werden und konnte nicht begreifen, dass seine Bilder im Zentrum der Ausstellung „Entartete Kunst“ hingen. Er wurde aus der Reichskunstkammer ausgeschlossen, erhielt aber kein „Malverbot“, wie es etwa im bekannten Roman „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz erscheint.

Trotz allem blieben Nolde und seine Frau Ada Anhänger der NS-Ideologie. Hitler hatten sie glühend verehrt. Wenige Tage nach dessen Selbstmord allerdings schrieb der Künstler: „Hitler ist tot. Er war mein Feind.“ Über sein Verhältnis zum Nationalsozialismus hat er sich nach 1945 nie geäußert.

Die Nolde-Stiftung wolle nach Kräften für Aufklärung sorgen, sich ihrer Verantwortung stellen und keinerlei „Deutungshoheit“ beanspruchen, sagte Dr. Christian Ring. Im Vergleich von Beispielen der NS-Kunst und Bildern Noldes zeigte er, dass Noldes Art, Menschen zu malen, dem nationalsozialistischen Kunstverständnis diametral entgegenstand.


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