Aufruf an alle Kommunen zum Mitmachen am 11. November

10.10.2017

Kastanienminiermotte im Herbstlaub

Von der Miniermotte befallene Blätter einer Rosskastanie. Foto: privat

Nordfriesland (pa) - Der Herbst ist da und die Blätter fallen von den Bäumen. Das herabfallende Laub der Rosskastanien birgt eine gefährliche Fracht - nämlich die Puppen der Rosskastanienminiermotte.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) weist darauf hin, dass viele Kastanien im Land durch die Fraßschäden der Kastanienminiermotte stark in Mitleidenschaft gezogen sind. „Dieses eingewanderte Insekt verursacht die frühe Blattfärbungen an den Kastanien und ließ diese schönen Bäume bereits im Sommer 2017 an vielen Orten erscheinen als wären sie vertrocknet.“, erklärt der SDW-Kreisvorsitzende Hans-Jürgen Mewes. Auch wenn die Kastanienbäume nicht direkt absterben, werden sie doch über die Jahre durch den starken Befall mit der Kastanienminiermotte geschwächt und dann anfälliger für Bakterien, Pilze etc.

Jetzt ist die Gelegenheit die Vermehrungskette dieses Insektes für das Jahr 2018 wirksam zu unterbrechen. „Denn die Puppen der letzten Generation aus dem Jahr 2017 überwintern im Kastanienlaub“, führt Mewes aus, „und hier kann der Mensch sehr leicht helfen das natürliche Gleichgewicht positiv zu beeinflussen.“ Da die Kastanienminiermotte in Europa nicht heimisch ist, hat sie keine natürlichen Feinde und kann sich so massenhaft vermehren. Der Mensch jedoch kann als Gegenspieler zur Kastanienminiermotte und gegen ihr massenhaftes Verbreiten wirken.

Wer den Kastanien Gutes tun will und sich im Sommer 2018 an grünen Bäumen bis in den Herbst erfreuen will, sollte jetzt zum Laubbesen greifen und das Kastanienlaub entfernen. Die Entsorgung erfolgt am Zuverlässigsten über die Anlieferung bei einer professionellen Kompostierung, rät die SDW. Das kann auch über die Biotonne erfolgen. Allerdings wird die Kompostierung - wegen nicht ausreichend hohen Temperaturen - zu Hause nicht ausreichen, um die Puppen abzutöten. Alternativ kann das Laub auch verbrannt, mind. 30 cm tief eingegraben oder einer Biogasanlage zugeführt werden.

Die SDW ruft alle Kommunen dazu auf, sich am bundesweiten Aktionstag „Rettet die Kastanien“ am 11. November 2017 zu beteiligen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn auch in diesem Jahr viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ihre Bürger am 11. November zum Mitmachen einladen“, betont Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Mewes.
Eine möglichst flächendeckende Laubentfernung bringt nämlich die durchschlagendesten Erfolge. Die SDW proklamiert den Aktionstag am 11.11., der von jeder Kommune in Eigenregie gestaltet werden kann. Mewes berichtet: „Wir wissen aus den Aktionen der letzten Jahre, dass das gemeinsame Laubharken und Abfahren in einer Kommune gut 3 Stunden dauert. Und wir empfehlen den Bürgermeisterinnen und Bürgermeister diese Maßnahme ähnlich wie die Frühjahrsaktion „Saubere Feldmark“ in den Städten und Dörfern anzugehen.“ Einfach die Bürger zum örtlichen Treffpunkt am 11. November mit Laubbesen einladen, Transport organisieren und hinterher vielleicht noch etwas für das gemütliche Beisammensein vorbereiten. Die SDW ist sich sicher, dass man so aus einem grauen Novem-bersamstag einen bewegten und erlebnisreichen Gemeinschaftstag machen kann. Und als Lohn werden die gepflegten Kastanien im nächsten Jahr bis in den Herbst hinein grün sein und - dies ist das Wichtigste-  ihre Selbstkräftigungsphase durchführen können.

Weitere Informationen bietet die SDW auf ihren Internetseiten www.Rettet-die-Kastanien.de oder www.sdw.de an.   Foto: Privat

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