Anhaltende Dürre: Jetzt Bäume gießen

02.08.2018

Der BUND informiert

Kiel (mm) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft die Bürgerinnen in Schleswig-Holstein auf, Bäume zu gießen. Die anhaltende Dürre mache insbesondere jungen Obstbäumen zu schaffen, aber auch andere Baumarten bräuchten Wasser. Nach Möglichkeit sollte laut BUND zum Gießen kein Trinkwasser verwendet werden.

„Wenn ein Baum einmal einen Trockenschaden hat, dann ist es zu spät. Besonders gefährdet sind junge Bäume, deren Wurzeln noch nicht sehr tief reichen. Sie können deshalb  nicht an die letzten Reste Bodenfeuchtigkeit gelangen“, erläutert Birte Lindner, Baumexpertin beim BUND in Schleswig-Holstein. „Trockenschäden am Baum erkennt man am welken, herabfallenden Laub mitten im Sommer, kleineren Früchten als normal oder sogar dem Abwurf unreifer Früchte. Dann ist es höchste Eisenbahn zu handeln“, so Lindner. Die Bäume können durch die starke Sonneneinstrahlung auch ‚Sonnenbrand‘ bekommen, gerade an Früchten von Obstbäumen wie Äpfeln zeige sich dies an braunen Verfärbungen.

Der BUND ruft deshalb alle Bürger*innen auf, bei der Wässerung von Bäumen mitzuhelfen. Insbesondere im Siedlungsbereich und bei empfindlichen Obstbäumen  sei Hilfe notwendig – auch da die kommunalen Grünflächenämter nicht hinterher kämen. Notwendig seien mindestens 60 Liter pro Baum und dies mehrmals pro Woche.

„Nur alle paar Tage eine einzelne Gießkanne mit 10 Litern bringt nichts. Damit befeuchtet man vielleicht die obersten Bodenschichten, die Baumwurzeln erreicht man so nicht“, erklärt Tobias Langguth, BUND-Referent für Naturschutz in Kiel.  „Hier gilt: Viel hilft viel!“, so Langguth weiter. „Insbesondere Obstbäume brauchen viel Wasser, damit sie ihre Früchte ausbilden können“, ergänzt Lindner.

Damit das Gießen optimal wirkt, sollte die gesamte Baumscheibe gegossen werden, um alle Wurzeln zu erreichen. Die Anlage eines sogenannten ‚Gießrandes‘ helfe laut BUND, Wasser zu sparen und zu garantieren, dass das Gießwasser auch im Wurzelbereich einsickern kann. Mit solch einem kleinen Erdwall um die Baumscheibe kann verhindert werden, dass das Wasser ungenutzt abfließt. „Ideal ist es, wenn man die Baumscheibe – also der Bereich um den Baumstamm, unter dem die Wurzeln liegen – mulcht. Solch eine Abdeckung mit Mähgut oder ähnlichem trägt dazu bei, dass sich die Feuchtigkeit länger im Boden hält. Um der Verdunstung ein Schnippchen zu schlagen, sollte deshalb auch nur früh morgens oder abends gegossen werden“, so Lindner.

Der BUND appelliert, beim Wässern nach Möglichkeit kein Trinkwasser zu nutzen, sondern auf Wasser aus der Gartentonne und andere Quellen zu setzen. „Damit die Bemühungen der Bürger*innen nicht nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein sind, müssen Landes- und Bundesregierung aber endlich beim Klimaschutz in die Puschen kommen. Sonst steigt die Wahrscheinlichkeit weiterer Extremsommer ungebremst weiter“, so Langguth abschließend.

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Birte Lindner, Diplom-Biologin, BUND-Landesgeschäftsstelle

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