Amt Pellworm und Stadt Husum

08.11.2017

Husum kündigt gemeinsame Verwaltung

Gaben der Öffentlichkeit die Kündigung der Verwaltungsgemeinschaft bekannt: Uwe Schmitz, Ira Rössel und Birgit Meier. Foto: Kasparek

Husum (kk) - Seit neun Jahren wird das Amt Pellworm von der Stadt Husum verwaltet. Zum Amt gehören die Insel Pellworm sowie die Gemeinden Hallig Hooge, Gröde und Langeneß mit der Nachbarhallig Oland. Am 16. November soll nun im Hauptausschuss der Stadt Husum beschlossen werden, den seit Januar 2008 bestehenden Vertrag zwischen der Stadt Husum und dem Amt Pellworm zur Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft, mit Ablauf des 31.12.2018 zu kündigen.Die Zustimmung des Gremiums gilt als sicher. 

Im Vorfeld der Hauptausschusssitzung informierten Husums Bürgermeister Uwe Schmitz, die Büroleitende Beamtin der Stadt Husum, Ira Rössel, und die Amtsleiterin für Insel- und Halligangelegenheiten, Birgit Meier, die Öffentlichkeit. Seitens der Stadtverwaltung wurde sachlich und nachvollziehbar dargestellt, dass ein Weiterbestehen der Verwaltungsgemeinschaft aus Sicht der Stadt Husum für nicht mehr sinnvoll gehalten wird.

Die Gründe dafür sind vielfältig und verwaltungstechnisch sehr komplex. U.a. wird angegeben, dass es in der alltäglichen Zusammenarbeit immer wieder zu erheblichen Abstimmungsproblemen kommt. Diese sind wohl auch aus einer unterschiedlichen Erwartungshaltung heraus entstanden. Auf der einen Seite die Stadt Husum, die sich durch ein professionelles Verwaltungsmanagement in all ihren Ämtern den heutigen hochkomplexen Vorgängen gut aufgestellt sieht. Auf der anderen Seite eine Bürgermeister-Gemeinschaft, die sich mit einer eher speziellen Insel- und Halligmentalität gern mal über feststehende und verpflichtende Abläufe hinwegsetzt und Lösungen gern auch mal aus dem Bauch heraus produziert. Um Projekte sinnvoll zu planen, Beschlüsse korrekt umzusetzen und auf rechtlich sichere Füße zu stellen, eher der falsche Weg.

Mit ein Grund für die Missstimmung sind wohl auch existierende Parallelstrukturen, wie die Insel- und Halligkonferenz oder der Runde Tisch bei Minister Habeck. Aus diesen Gremien werden  Abstimmungsergebnisse dann direkt zur Erledigung an die Stadt Husum weitergeleitet, ohne ihr die Möglichkeit einer Prüfung oder Mitgestaltung zu geben. Aus Sicht der Stadt Husum ist es positiv zu werten, wenn sich die Verantwortlichen der Inseln und Halligen so engagiert für ihr Umfeld einsetzen. Das Problem ist jedoch die fehlende Kommunikation in Richtung Stadtverwaltung. 

Es hat viele Angebote seitens der Stadt Husum gegeben, um die Zusammenarbeit und somit auch die Kommunikation zu verbessern. Dieses Angebot wurde aber nur sporadisch angenommen und konnte die Gesamtsituation nicht verbessern.

Mit der Kündigung der Verwaltungsgemeinschaft und der sich daraus ergebenden Diskussion, hofft Bürgermeister Uwe Schmitz den Prozess der Neugestaltung einer effektiven Verwaltung neu anzustoßen. Es müssen Lösungen her für eine, den besonderen Gegebenheiten angepasste  Verwaltungsstruktur, die mit den Beteiligten von Land, Kreis und Stadt zu erarbeiten sind. 

Haushaltskalender 2018